Kleintierbetreuung Weigel
All-Inklusive Betreuung für Meerschweinchen & Kaninchen

Meerschweinchen

Meerschweinchen sind sehr sozial. Tiere in Einzelhaltung sind niemals artgerecht gehalten und demnach absolut unglücklich. Die optimale Kleingruppe zur artgerechten Haltung von Meerschweinchen besteht aus 3 Tieren, nämlich einem Kastraten (kastrierter Bock) und 2 Weibchen. Diese Harems-Kombination lässt sich beliebig vergrößern (was die Weibchen angeht). Als Mindestmaß fürs Gehege kann man so rechnen: Kastrat 1m², pro Weibchen 0,5m². Beispiel: Sie möchten eine 7er Gruppe halten, 1 Kastrat und 6 Mädels. Dann benötigen Sie mindestens 4m² Platz im Gehege. Sie werden aber merken, dass eine gute Struktur im Gehege ebenso wichtig ist wie der zur verfügung stehende Platz.

 

Eine reine Weibchen-Gruppe ist nicht zu empfehlen. Man sagt, dass Eierstockzysten durch das Fehlen eines Kastraten häufiger vorkommen (nicht erwiesen). Außerdem gibt es (wie unter Mädels so üblich) immer wieder zickereien unter den Mädels. Ein Kastrat sorgt hier für Ruhe.

 

Eine reine Bock-Gruppe ist möglich. Hierbei sind jedoch einige Dinge zu beachten. Die Anzahl der Tiere sollte stets gerade sein, also 2 oder 4 oder 6 Tiere usw. Für die Jungs ist eine Kastration immer ratsam – denn so ist eine Vergesellschaftung mit Mädels auch im Alter ohne Probleme machbar. Böckchen hingegen sind (falls alle Kameraden verstorben sind oder die Haltung aufgegeben werden soll) nur sehr schwer vermittelbar. Ebenfalls gilt (wie bei Menschen), je früher eine Kastration durchgeführt wird umso besser verkraften das die Tiere. Bei der reinen Jungs-Gruppe ist das Platzangebot entscheidend. Als Minimum kann man pro Kastrat 1m² Platz rechnen. Das wären bei 4 Jungs dann 4m². Es ist sehr wichtig, dass viele Versteckmöglichkeiten vorhanden sind und genug Platz damit die Jungs sich aus dem Weg gehen können. Für Anfänger würde ich keine reine Bock/Kastratgruppe empfehlen. 

 

Die Mindestgröße für ein Gehege bei 3 Meerschweinchen beträgt 2m². Hierbei gilt: Mehr Platz ist immer gut. Bitte nehmen Sie von einer reinen Käfighaltung Abstand! Der hier gebotene Platz (auch wenn der größte Käfig im Geschäft gekauft wird) ist definitiv zu klein! Ein Gehege selber zu bauen ist zudem überhaupt nicht schwer und kostengünstig. Egal ob aus Holz, versch. Möbeln die nicht mehr benötigt werden (Bettkasten, Schrank-Gehäuse usw.) oder Steckregalen – viel technisches Können ist hier nicht nötig. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Unter dem Reiter „Gehege“ habe ich Ihnen einiger meiner Gehege vorgestellt. So, wie sie früher aussahen und so, wie sie heute aussehen!

 

Sollten Sie Katzen oder Hunde haben denken Sie bitte stets an die richtige Absicherung Ihrer Lieblinge! Hierfür gibt es praktische Tipps und Ideen im Internet.

 

 

Einrichtung der Gehege

 

Für die artgerechte Haltung Ihrer Lieblinge bedarf es einiger Utensilien im Gehege. Natürlich benötigen Meerschweinchen genügend Unterstände. Hierfür können Häuschen, Tischchen, unbeschriftete Kartons o.ä. verwendet werden. Achten Sie bitte darauf, dass diese Unterstände immer mindestens 2 Ein-/Ausgänge haben sollten. Denn ist ein Häuschen belegt und ein ranghöheres Tier möchte hinein, hat das andere Tier im Haus keine Chance zur Flucht.

 

Eine Heuraufe (standfest) ist ebenfalls sehr wichtig. Es gibt Raufen die frei stehen, solche die an der Wand befestigt werden und welche, die in Brücken oder Häuser integriert sind. Egal für welche Art Sie sich entscheiden – Heu muss für alle stets zugänglich sein. Haben Sie viele Meerschweinchen in einer großen Gruppe, benötigen Sie entsprechend viele Heuraufen um allen Meerschweinchen die Chance zu geben, gleichzeitig Heu zu futtern.

 

Einen Futternapf benötigen Sie für evtl. getreidefreies Trockenfutter oder Gemüse.

 

Frisches Wasser kann im Napf oder in der Trinkflasche angeboten werden.

 

Weidenbrücken, Weidentunnel, -körbe o.ä. dienen zur Beschäftigung und werden sehr gerne von den Meerschweinchen zum durchflitzen, anknabbern oder klettern genutzt. Die Abwechslung machts!

Hängematten sind eine tolle Kuschel- und Rückzugsmöglichkeit. Ich habe selbst 2 Hängematten im Gehege – diese sind praktisch ständig belegt. Sehr beliebt sind auch Kuschelrollen, Kuschelbetten o.ä. – hier gibt es unzählige tolle Ideen die man online erwerben kann.

 

Wichtig: bitte keine Plastiksachen im Gehege aufstellen – Sie müssen bedenken, dass Meerschweinchen Nagetiere sind! Achten Sie bitte auch darauf, keine spitzen Gegenstände oder gar Nägel o.ä. im Gehege zu haben. Die Tiere können sich daran schwer verletzten. 


GESUNDE ERNÄHRUNG

Eine artgerechte und gesunde Ernährung von Meerschweinchen ist gar nicht schwer. Sobald man sich ein wenig mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzt und versteht, wie der Magen-Darm-Trakt dieser Tiere arbeitet.

Eine rohfaserreiche Nahrung ist wichtig, da das lange Kauen und Zerkleinern der Fasern, z.B. in Heu, zum Abrieb der Zähne führt. Bei Meerschweinchen wachsen die Zähne ein Leben lang. Eine Abnutzung durch das richtige Futterangebot reduziert die Entstehung von Zahnspitzen, die Zunge und Schleimhaut im Mund verletzen können. Solche schmerzhaften Schleimhautverletzungen können die Nahrungsaufnahme für die Tiere erschweren oder gar verhindern.

Meerschweinchen nehmen viele kleine Futterportionen im Laufe des Tages zu sich. Das führt nicht nur zur notwendigen Abnutzung der Zähne, sondern gewährleistet auch, dass Magen und Darm der Tiere in Bewegung bleiben und so eine gesunde Verdauung möglich ist. Der Magen/Darm verfügt über wenig Muskulatur und somit wenig Eigenbewegung, weswegen viele kleine Futterportionen dafür sorgen müssen, dass die Nahrung durch den Verdauungskanal „geschoben“ werden kann. Bleibt die Nahrung zu lange in Magen oder Darm, kann es zu Fehlgärungen kommen. Hier kann es schnell lebensbedrohlich für Ihre Lieblinge werden! Daher muss den Tieren jederzeit Futter zur Verfügung stehen.

Ebenso muss immer frisches Wasser für die Meerschweinchen verfügbar sein, obwohl diese sehr oft (ist bei meinen Tieren auch so) nichts trinken. Denn durch eine gute, frische Fütterung nehmen die Tiere genügend Wasser auf und brauchen keine separate Wasserzufuhr.

 

Nun kommen wir zu meiner täglichen Beschäftigung, dem Pflücken der frischen Wiese. Denn hiermit wird den süßen 4 Beinern die größte Freude beschert – ein großer Haufen Gräser, Löwenzahn, versch. Pflanzen und Kräuter, mal ein paar Äste von verschiedenen Bäumen – und das alles kostenfrei!

Uns 2-Beinern tut die Bewegung an der frischen Luft ebenfalls gut und die Pflanzenkenntnisse nehmen rasant zu – also eine „win-win-Situation“. Zudem wird der Geldbeutel massiv geschont. Hier gilt aber: pflücken Sie bitte nur Pflanzen die Sie kennen und von denen Sie sicher sind, dass diese gut vertragen werden und nicht giftig sind! 

 

Alle neuen Futtermittel müssen stets „angefüttert“ werden. Das bedeutet, dass zunächst eine kleine Menge gegeben wird (für ca. 3 Tage). Die Tiere dabei genau beobachten. Ist der Zustand Ihrer Lieblinge unverändert, können Sie die Menge langsam steigern (alle 3 Tage ein wenig mehr). Hierbei sorgen Sie dafür, dass der Magen mit den Lebenswichtigen Bakterien die Chance bekommt, sich langsam an die neue Kost zu gewöhnen. Andernfalls können hier lebensbedrohliche Aufgasungen oder Verstopfungen die Folge sein.

 

Außerdem gibt es unzählige Gemüsesorten, welche von den Meerschweinchen sehr gerne gefuttert werden. Haben Sie die Möglichkeit, täglich bis zu 15 verschiedene Gräser, Pflanzen und Kräuter anzubieten? Dann können Sie in den Sommermonaten komplett auf die Gemüsefütterung verzichten. Gelingt das nicht (so wie in meinem Fall), sollten Sie nicht komplett auf Salate, Gurke, Paprika und co. verzichten. Bei mir gibt es täglich Wiese in großen Mengen und in einer anderen Ecke haben die Meerschweinchen stets die Möglichkeit, verschiedene Gemüsesorten zu futtern. So erspare ich mir im Herbst das anfüttern der Gemüsesorten (denn die Mägen sind diese Kost nach wie vor gewöhnt) und für genügend Abwechslung in der Ernährung ist gesorgt.

 

Auf das Füttern von Trockenfutter können Sie komplett verzichten! Die Meerschweinchen benötigen dieses nicht, auch wenn es nach wie vor in den Zoohandlungen angepriesen wird. Möchten Sie trotzdem Trockenfutter füttern dann achten Sie bitte dringend darauf, getreidefreie Produkte zu kaufen. Die meisten der angebotenen Trockenfutter in Zoohandlungen enthalten Getreide. Bei solch einer Fehlernährung kommt es zu Verdauungsstörungen. Eine solche Schädigung des Magen/Darms Ihrer Tiere muss vermieden werden! Deshalb meine Bitte: Lesen Sie die Inhaltsstoffe der Trockenfutter-Packungen genau durch!

 

Salzlecksteine werden ebenfalls gerne in Zoohandlungen als „wichtig“ angepriesen. Die Tiere brauchen diese nicht! Alle lebenswichtigen Mineralien erhalten die Tiere durch eine ausgewogene Frischfutter-Fütterung von Ihnen.

 

Auch bei sonstigen Knabberstangen, Leckerlies, Drops usw. gilt: bitte immer die Inhaltsstoffe genau prüfen! Die meisten enthalten Getreide. Diese bitte nicht kaufen!

Hier kann ich die Marke „Grain Free“ sehr empfehlen. Diese Marke wird unter anderem bei Fressnapf angeboten und bietet tolle Leckerlies in getreidefreier Form an. Aber diese sollten Sie Ihren Tieren nur ab und zu als Leckerlie geben! Bitte nicht täglich. Sehen Sie das wie bei Kindern mit Süßigkeiten – in Maßen toll / in Massen schädlich.

Getrocknetes Brot gehört ebenfalls nicht ins Meerschweinchen Gehege. Backwaren enthalten Stärke welche zu Verdauungsproblemen führen kann und dick macht. Außerdem wandelt sich Stärke in Zucker um welcher die Zähne angreift. In den Backwaren sind aber auch Salz, Backtriebmittel und evtl. Konservierungsstoffe enthalten. Das getrocknete Brot sorgt auch nicht für einen Zahnabrieb (wie früher gedacht), dafür ist es nämlich auch im getrockneten Zustand viel zu weich. An den Backenzähnen kommt das Brot als "Brei" an welcher den Meerschweinchen dann schwer im Magen liegt. Bitte nehmen Sie von dieser Fütterung also Abstand. 

 

Erbsenflocken sind tolle Leckerlies für Meerschweinchen. Diese können ebenfalls in Maßen gefüttert werden. Da Meerschweinchen grundsätzlich Fluchttiere sind, bekommt man die süßen Tiere nicht immer handzahm. Eine tolle Möglichkeit ist das Locken mit Leckerlies. Hierbei eignen sich Erbsenflocken hervorragend.



PFLEGE

Meerschweinchen sind vom Grundsatz her pflegeleichte Haustiere.

 

Es empfiehlt sich, wöchentlich einen „TÜV“ durchzuführen. Hierbei wird das Meerschweinchen gewogen, die Augen werden angeschaut (müssen klar sein, nicht nässend oder verschmiert oder entzündet), die Ohren werden untersucht (raue Stellen vorhanden? Sehe die Ohren frei und gesund aus?), das Fell wird genau inspiziert (schuppig, evtl. Parasitenbefall wie Milben oder Haarlinge zu sehen (auf Bewegungen im Fell achten)), die Füße/die Krallen werden angeschaut und je nach Bedarf geschnitten. Der Bauch wird vorsichtig abgetastet ob harte Stellen oder Knubbel fühlbar sind. Evtl. hat das Meerschweinchen einen geschwollenen Bauch oder zeigt schmerzlaute beim abtasten? Der Bauch wird von unten angeschaut – ist der Po frei von Kot und nicht verschmiert? Sieht das Bauchfell gesund aus?

Diese wöchentlichen Untersuchungen sind sehr wichtig. Sie lernen Ihre Tiere sehr gut kennen und führen Buch über das Gewicht und die Gesundheitszustände. Ich habe mir für meine Meerschweinchen einen Ordner angelegt. Sollte eine Tierarztuntersuchung anstehen, kann ich auf diese wichtigen Informationen jederzeit zurückgreifen. Grade für unerfahrene Meerschweinchen-Halter ist eine saubere Dokumentation sehr wichtig. Am Gewicht Ihrer Meerschweinchen sehen Sie, ob alles in Ordnung ist. Nimmt das Tier gut zu oder hält das Gewicht können Sie (sofern alle anderen Untersuchungen keine Auffälligkeit ergeben) davon ausgehen, dass es ihm gut geht. Verliert das Tier allerdings an Gewicht (auf die Zeit achten, ob vor oder nach dem Essen usw.) sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf Ihren Liebling haben. Es stimmt etwas nicht. Lieber fahren einmal zu oft zum Tierarzt – Ihre Tiere sind auf Ihre Fürsorge angewiesen. Sie können sich nur bedingt selbst helfen und haben ohne Sie keine Chance!

 

Grundsätzlich gilt: Beobachten Sie Ihre Tiere so oft wie möglich um die Gewohnheiten und Vorlieben kennen zu lernen. Da Meerschweinchen Fluchttiere sind zeigen sie Schwächen nicht offensichtlich, sondern leiden still vor sich hin. Deshalb haben Sie die Aufgabe, stets aufmerksam auf Verhaltensänderungen zu reagieren.

·         Kommt ein Tier nicht mehr zum fressen, obwohl Sie gerade einen frischen Futterhaufen ins Gehege gelegt haben?

·         Sitzt ein Tier nur noch im Häuschen oder in der Ecke und bewegt sich nur unter Protest?

·         Ist ein Tier ganz plötzlich zutraulich und sucht extrem Ihre Nähe obwohl es sich sonst nur sehr ungern anfassen oder fangen lässt?

·         Liegt ein Tier nur noch apathisch im Gehege?

·         Schont es ein Bein oder bewegt es sich „komisch“?

·         Fällt Ihnen auf, dass Ihr Tier zwar fressen will aber die Stücke immer wieder aus dem Mund fallen?

·         Hält ihr Tier den Kopf schräg und fällt immer wieder in diese Position zurück?

Solche Verhaltensänderungen müssen Sie in höchste Alarmbereitschaft versetzen! Mit Ihrem Tier stimmt etwas nicht und Sie müssen sofort handeln und einen Tierarzt kontaktieren. Jede Minute zählt… Bitte warten Sie nicht!

 

Krallen können Sie mit einer Krallenschere für Meerschweinchen problemlos Zuhause schneiden. Vorsicht: halten Sie den Fuß des Meerschweinchens gut fest! Am besten machen Sie das zu zweit – einer hält das Meerschweinchen und der Andere schneidet die Krallen. Wenn Sie sich die Krallen genau anschauen, können Sie darin (bei hellen Krallen) gut erkennen bis wohn die Blutgefäße verlaufen. Bitte lassen Sie genug Platz und schneiden Sie nur, wenn Sie sich sicher sind. Ein erfahrener Tierarzt kann Ihnen die richtigen Handgriffe beim Krallenschneiden zeigen!

 

Langhaarmeerschweinchen benötigen eine besondere Fellpflege. Hiermit ist gemeint, dass das Fell am Po stets kurzgehalten werden sollte. Andernfalls kann das Fell verfilzen und das Meerschweinchen damit hängen bleiben. Im Sommer ist es ratsam, das Fell der Langhaarmeerschweinchen radikal zu kürzen. Da Meerschweinchen nicht schwitzen können muss man darauf achten, dass sie nicht überhitzen. Da hilft ein Besuch beim „Frisör“. Bitte die Barthaare nicht abschneiden! Die Meerschweinchen benötigen diese zur Orientierung!

Außerdem sollten Sie das Fell mit einer Meerschweinchen-Bürste kämmen, ebenfalls um Verfilzungen zu verhindern.

Für Kurzhaarmeerschweinchen entfällt die Fellpflege natürlich.



VERGESELLSCHAFTUNG

Neue Meerschweinchen in einer bestehenden Gruppe einzubringen, kann mitunter eine Herausforderung für uns Zweibeiner darstellen. Denn nicht immer läuft alles ganz harmonisch ab.

 

Wenn man vor der VG von neuen Meerschweinchen in funktionierende Gruppen ein paar Dinge beachtet, läuft das in der Regel relativ problemlos ab.

 

Um zu verstehen, was bei einer VG abläuft muss man das Gruppenverhalten der Meerschweinchen kennen.

In einer Gruppe gibt es eine feste Rangordnung. Sind alle Ränge vergeben und ist jedes Gruppenmitglied mit seinem Rang zufrieden, herrscht innerhalb der Gruppe Harmonie. Sind Unstimmigkeiten zur Rangordnung vorhanden, wird gebrommselt, bestiegen und gejagt bis die Ordnung wieder steht. Oft ist es in einer Harems-Gruppe so, dass der Kastrat unangetasteter Chef ist und über seine Mädels wacht. So ist auch die eigentliche Aufgabe des Kastraten. Je nach Charaktereigenschaft der Tiere gibt es aber auch sehr dominante Mädels, die einem ruhigen Kastraten manchmal den „Thron“ entreißen.

 

Wird nun ein neues Mitglied in die Gruppe gesetzt, muss dieses seinen Platz in der Rangordnung finden. Dabei können auch kleine Kämpfe entstehen, die auf uns Zweibeiner teilweise erschreckende Wirkungen haben können.

Wichtig: Greifen Sie nicht ein, außer die Kämpfe werden blutig!

Wenn Sie eingreifen und zwei Meerschweinchen trennen möchten, dann niemals mit bloßer Hand! Nehmen Sie dafür einen Kehrwisch o.ä. stumpfen Gegenstand um Verletzungen auszuschließen. Es muss aber klar sein, dass nach einer Trennung die Gefahr besteht, dass eine künftige VG nicht mehr klappt.

 

Um es den „Neuen“ ein wenig leichter zu machen empfiehlt es sich ein paar Dinge zu beachten. Ich habe grundsätzlich die VG auf einen Tag gelegt, an dem der „Meeri-Großputz“ dran war. Im frischen Gehege habe ich die Einrichtung ein wenig anders aufgebaut. Zusätzlich gab es einige Haufen mit frischem Futter – an verschiedenen Stellen. Dann durften die Meerschweinchen mit dem „Neuen“ Gruppenmitglied ins Gehege. Nun müssen sich alle neu orientieren und das erste Treffen ist davon ein wenig überlagert. Am gemeinsamen Futter-Haufen können sich alle schon mal beschnuppern und verstehen, dass jetzt noch jemand neues in der Gruppe ist. So habe ich bisher alle VG gemacht – alle sind ohne Probleme verlaufen.

 

Spannend wurde bei mir die VG meiner beiden Jungs. Obwohl die beiden Halbgeschwister sind und ja zusammen aufwuchsen musste ich sie eine Zeit lang trennen. Jeder hatte seinen eigenen kleinen Harem mit je 3 Mädels. Im großen Gehege habe ich dann die Zusammenführung gewagt. Bei Jungs kann man sich nie sicher sein, ob eine VG klappt. Gutes Beobachten ist hier sehr wichtig, denn es kann u.U. schnell blutig werden und dann kann es richtig böse enden. Deshalb sind VGs bei Jungs eher ratsam, wenn man schon ein wenig Erfahrung in der Meerschweinchen-Haltung gesammelt hat.

Meine beiden sind sich am ersten Tag so gut es ging aus dem Weg gegangen. Bei 8m² mit einer sehr günstigen Gehege-Aufteilung (durch die 2 Räume genügend Platz zum „aus dem Weg gehen“) war das problemlos möglich. Das Zusammentreffen am zweiten Tag kam kurz und heftig. In der einen Sekunde schauten beide sich an, in der nächsten Sekunde sah man nur noch einen Knäuel und beide rollten über den Boden. Bevor ich die Hände vor den Mund schlagen konnte war es schon vorbei. Jeder flitzte in ein Zimmer und es war Ruhe. Seit dem leben beide friedvoll nebeneinander her – fressen sogar ohne Probleme nebeneinander. In so einem Moment bleibt uns Zweibeinern fast das Herz stehen und der Drang zur Trennung ist definitiv da. Aber die Tiere wissen genau was sie tun. Mein Flocke hatte eine kleine Wunde an der Lippe, die schnell wieder verheilte. Das war alles.